Die Erarbeitung der neuen Tierschutzverordnung hat unzählige, teils hitzige Diskussionen ausgelöst. Im Zentrum stand dabei immer wieder die Frage, wie stark darf man Tiere nützen, und wie weit muss man sie schützen. Auf der einen Seite steht der Wunsch, den Tieren möglichst ideale Bedingungen zu bieten, auf der anderen Seite ist die Nutztierhaltung der wichtigste Produktionszweig der Schweizerischen Landwirtschaft und damit die Tierhaltungsvorschriften ein bedeutender Produktionsfaktor. Aber nicht nur bei den klassischen Nutztieren wie Rindern, Schweinen oder Hühnern besteht der Konflikt zwischen nützen und schützen. Gleiches gibt es auch bei den Heim- und Wildtieren.

Tatsächlich ist der richtige Weg zwischen nützen und schützen eine Gratwanderung, obschon bei genauem Hinschauen die beiden Pole  gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Das Beispiel Auslauf: Rinder mit genügend Auslauf sind nachweislich gesünder. Das hilft den Tieren genauso wie dem Bauern.

„Schützen“ und „Nützen“ kommen zudem auf einer anderen Ebene zusammen: Ich bin überzeugt,  dass  für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft auch in Zukunft die gute Tierhaltung von Bedeutung sein wird. Umfragen haben gezeigt, dass dies für die Konsumierenden die wichtigste Erwartung ist. Das gute Tierschutzniveau soll deshalb auch in Zukunft ein wichtiges Argument sein, diejenigen Produkte zu kaufen, die wir in unserem Land produziert haben.

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