Der Wunsch nach einem Heimtier ist häufig bei Kindern und auf Weihnachten hin droht man als Eltern schwach zu werden. Aber: Die Anschaffung eines Tieres will wohlüberlegt sein und als spontanes Geschenk zu Weihnachten eignen sich weder Hund noch Meerschweinchen. Ein Tier bedeutet Verpflichtungen und auch eine grosse Verantwortung. Aus einer Laune heraus sollte ein Tier nicht in die Familie aufgenommen werden und sei der kleine Welpe noch so süss. Es wird Tränen geben, wenn man sich wieder trennen muss - weil die Zeit fehlt oder die Betreuung des Tieres aufwändiger ist, als man sich das vorgestellt hat. Dass die Anschaffung nicht in jedem Fall gut überlegt ist, das beweisen leider auch die vielen Tiere, die jedes Jahr nach Weihnachten in den Tierheimen abgegeben werden.

Ein Hund – oder auch ein anderes Heimtier – kann das Familienleben enorm bereichern. Damit es aber eine für beide Seiten glückliche Beziehung werden kann, muss man sich vorbereiten. Ein Tier ist ein eigenständiges Lebewesen, das Zuwendung und Zeit braucht. Das Beispiel des Hundes soll zeigen, welche Überlegungen man sich machen sollte, bevor man sich für ein Tier entscheidet.

  • Die gesetzlichen Vorgaben: Die Tierschutzverordnung schreibt vor, dass jeder Hundehalter einen Kurs besuchen muss, in dem die wichtigsten Grundsätze einer verantwortungsvollen Hundehaltung vermittelt werden. Dieser Sachkundenachweis ist obligatorisch und zwar für alle unabhängig von der Hunderasse.
  • Die Zeit, die man dem Tier widmen sollte: neben einem ausgedehnten Spaziergang mindestens zwei Mal täglich sollte man die Zeit nicht unterschätzen, die ein Hund zusätzlich noch in Anspruch nimmt. Das Füttern und die tägliche Pflege des Hundes wollen erledigt sein, es gilt Hundekurse zu besuchen, sich spielerisch mit dem Hund zu beschäftigen und auch regelmässige Besuche beim Tierarzt gehören mit zum Pflichtprogramm. 
  • Der finanzielle Aspekt: Rechnen muss man unter anderem mit Ausgaben für die Hundesteuer, das Material (Leine, Hundekorb, Fressnapf, Bürste etc.), den Sachkundenachweis und weitere Erziehungskurse, das Futter, die Tierpension während der Ferien und für Besuche beim Tierarzt. Letztere können sehr schnell ins Geld gehen, wenn ausser der obligatorischen Impfungen zusätzliche Behandlungen nötig werden.

Es ist die Aufgabe der Eltern, Vernunft walten zu lassen. Kinder sind leicht zu begeistern und hätten lieber heute als morgen ein eigenes Tier – sei es ein Hund, eine Katze oder zwei, drei Kaninchen. Kinder können aber nicht abschätzen, was es auf längere Zeit heisst, für ein Tier verantwortlich zu sein. Wichtig ist auch, sich die Frage zu stellen, welches Tier zu einem passt. Kindern gibt der Test auf neutierig.ch Antwort.

Tiere  können die Entwicklung eines Kindes positiv beeinflussen, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Man sollte ihnen aber nur einen Teil der Verantwortung für das Tier zumuten. Je nach Alter des Kindes kann es mehr und wichtigere Aufgaben bei der Betreuung des Tieres übernehmen. Die Entscheidung für oder gegen ein eigenes Heimtier müssen die Eltern fällen, denn die generelle Verantwortung für das Tier liegt bei ihnen (auch juristisch). Am besten ist, man macht ein Familienprojekt daraus: Wenn alle mithelfen, kann man nicht nur die Freude am tierischen Begleiter teilen sondern auch die Pflichten.

Weitere Informationen über Heimtierhaltung: www.tiererichtighalten.ch