Ende November haben die kantonalen Veterinärämter Zürich und Thurgau schlechte Nachrichten aus Deutschland erhalten: ein Fall von Equiner Infektiöser Anämie (EIA), auch ansteckende Blutarmut der Einhufer genannt, wurde in einem deutschen Pferdebetrieb entdeckt. Abklärungen der lokalen Veterinärbehörden haben ergeben, dass zuvor 5 Pferde daraus in die Schweiz exportiert worden sind. Ein Kontakt zum kranken Tier schien unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Die kantonalen Veterinärämter ordneten deshalb umgehend eine Untersuchung der importierten Pferde an.

Die Schweiz ist frei von EIA. Weltweit ist die Krankheit jedoch verbreitet. Sie kommt in Osteuropa häufig vor und auch unsere Nachbarländer melden immer wieder einzelne Fälle. Die Viruskrankheit kann bei betroffenen Tieren zu hohem Fieber, Blutarmut, starker Abmagerung und manchmal gar zum raschen Tod führen. Oft entwickeln die Pferde jedoch kaum Symptome – sie bleiben aktiv, fressen gut, aber verlieren ohne ersichtlichen Grund Gewicht. Die Krankheit wird mechanisch von Bremsen, Fliegen oder Mücken übertragen. Da sich die Insekten nur schwer bekämpfen lassen, ist auch die Krankheit nicht leicht in den Griff zu kriegen. Im Seuchenfall müssen deshalb betroffene Tiere rasch getötet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Wie rasch die Ausbreitung passieren könnte, haben die kantonalen Veterinärämter Thurgau und Zürich erfahren. Die 5 Pferde sind in vier verschiedene Betriebe importiert worden. Es zeigt sich klar: Innerhalb weniger Tage könnte sich eine Krankheit über wenige importierte Tiere in mehrere Kantone ausbreiten.

Die Geschichte endet aller Voraussicht nach gut: keines der importierten Tiere wurde bisher im Labor positiv auf EIA getestet. Die Tests werden Anfang Januar zur Sicherheit wiederholt, um abzuklären, ob Tiere in der Inkubationsphase waren.
Die EIA kann die Schweiz künftig jederzeit treffen. Tierhaltende sollen deshalb wachsam sein, auf Symptome achten und bei Importen je nach Herkunftsland die Tiere vor dem Import testen lassen. Für Menschen ist die EIA nicht gefährlich.

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