Schutz gegen Blauzungenkrankheit bleibt 2010 gut
Nun liegen die Zahlen vor: 87 Prozent wollen ihre Rinder und Schafe per Impfung vor der Blauzungenkrankheit schützen; 13 Prozent der Tierhalter haben sich davon befreien lassen. Die Werte können sich in den kommenden Wochen noch leicht ändern. Schon heute lässt sich aber sagen: Wir werden auch 2010 eine gute Impfabdeckung haben.
Der Anteil der Abmeldungen ist kantonal stark verschieden. Die höchsten Raten ergaben sich in den Kantonen SG (35%), den Urkantonen (25%) und AI/AR (20%), in den Westschweizer Kantonen sind sie deutlich tiefer, etwa in FR (2,4%), JU (4,3%) oder VD (1,4%). Die Gründe dafür sind vielfältig. Westschweizer Landwirte haben miterlebt, wie 2008 bei Kollegen in Frankreich die Produktion unter der Blauzungenkrankheit litt. In keinem anderen Nachbarland ist die Seuche so massiv in den Grenzregionen aufgetreten.
Die gute Impfabdeckung ist erfreulich. Wir haben damit die Chance, nicht die Sicherheit, dass es auch 2010 wie im Jahr zuvor keine neuen Ansteckungen mit der Blauzungenkrankheit mehr gibt. Können wir – und unsere Nachbarländer in den Grenzregionen – die aktuell gute Seuchenlage halten, haben wir die Grundlage, um die Schutzmassnahmen 2011 weiter zu lockern.
| Anzahl Gesuche (Rinder und Schafe) | Anteil Betriebe (Rinder und Schafe, %) | |
| AG | 197 | 6.6 |
| AI/AR | 323 | 20.3 |
| BE | 1113 | 8.4 |
| BL | 90 | 9.8 |
| BS | 0 | 0.0 |
| FL | 4 | 3.0 |
| FR | 78 | 2.4 |
| GE | 0 | 0.0 |
| GL | 54 | 12.9 |
| GR | 440 | 16.1 |
| JU | 49 | 4.3 (korrigiert) |
| LU | 680 | 13.8 |
| NE | 53 | 6.2 |
| SG | 1529 | 34.5 |
| SH | 59 | 16.4 |
| SO | 85 | 5.1 |
| TG | 400 | 16.0 |
| TI | 57 | 6.4 |
| URK | 919 | 25.4 |
| VD | 40 | 1.4 |
| VS | 332 | 13.5 |
| ZG | 97 | 17.2 |
| ZH | 461 | 14.9 |
| Schweiz | 7060 | 12.9 |
Weitere Informationen zur Impfkampagne 2010


Kommentare
Herzlichen Dank für die Informationen. Diese sind aussagekräftig.
Die Statistik besagt, dass zukünftig ein flächendeckendes, gesamtschweizerisches Obligatorium viel gründlicher überlegt werden muss. Es zeigt auf, dass jeder Landwirt, welcher direkt mit den Tieren in Kontakt steht, selber, womöglich besser, einschätzen kann, ob eine Gefahr vorhanden ist oder nicht.
Das heisst, es soll gründlich überlegt werden, ob zukünftig bei einer Seuche ein "geographisches fahrendes Obligatorium", also nur regionale Gebiete, je nach Seuchenlage oder je nach Seuchenverlauf dem Obligatorium zeitunabhängig unterstellt werden sollen.
Die Vorabklärungen sollen nicht wie bis anhin nur durch die Veterinärämter und/oder Berufsverbände erfolgen, sondern mit repräsentativen Umfragen bei den Landwirten selbst.
Es versteht sich von selbst, dass die Veterinärämter aus Geldgier jede mögliche Aktion unterstützen.
Mit diesem Vorgehen könnten womöglich gesamtschweizerisch mehrere Millionen Kosten eingespart werden.
Nochmals herzlichen Dank für die Infos.
Mit freundlichen Grüssen
Edi Laimbacher