Nach wie vor kein Tiermehl im Nutztier-Futter
Nach 15 Jahren Bekämpfung und 463 Fällen von „Rinderwahnsinn“ scheint die in mehrfacher Hinsicht ausserordentliche Krankheit ausgerottet. Dazu brauchte es ein Arsenal an Massnahmen, darunter das totale Tiermehlverbot für alle Nutztiere.
So nötig die Massnahmen zur Ausrottung der BSE waren; sie führten zu massiven und ökologisch problematischen Importen von pflanzlichen Eiweissen, etwa Soja. Gleichzeitig müssen heute über 30% eines Schweins und über 40% einer Kuh nach der Schlachtung entsorgt werden.
Auch wenn sich die BSE-Situation markant verbessert hat, braucht es noch einige Zeit, bis die Schweiz von der Welt-Tiergesundheitsorganisation OIE als Land mit vernachlässigbarem BSE-Risiko anerkannt wird. Dennoch macht es Sinn, schon heute über die Zeit nach BSE nachzudenken. Dabei steht die Frage der Wiederzulassung von Tiermehlen im Futter von Geflügel und von Schweinen im Zentrum. Beide Tierarten sind Allesfresser und können nicht an BSE erkranken.
Bei einer Wiederzulassung bräuchte es strikte Sicherheitsbestimmungen. Diese wurden in der Schweiz bereits vor Jahren festgelegt – siehe „Tiermehlverbot: Kein Zurück zur Praxis vor 1990“. Wichtig sind dabei eine vollkommen getrennte Verwertungskette von Wiederkäuern und anderen Tieren und wirksame Kontrollmethoden.
Die Beurteilung von 2008 ist auch heute noch richtig: die Rahmenbedingungen für eine Wiederzulassung sind aktuell nicht gegeben. Deshalb bleibt auch in der total revidierten Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukte das totale Tiermehlverbot bestehen.
Die ökologisch sinnvolle Wiederzulassung von Tiermehlen im Futter von Geflügel und Schweinen ist jedoch mittelfristig das Ziel. Auch in der Europäischen Union (EU): die Lockerung des Tiermehlverbots wird im Rahmen der TSE-Roadmap angepeilt; zu den transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE) gehört auch die BSE. Diese Diskussionen in der EU sind auch für die Schweiz wichtig – eine Wiederzulassung ist nur in Abstimmung mit der EU möglich. Ich erwarte in den kommenden Jahren intensive Diskussionen dazu.


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