Zusammenarbeit der schweizerischen und mongolischen Veterinärdienste
Von Susan Stierlin BVET
Im Rahmen des AHP-Projekts (Animal Health Project) bin ich zum ersten Mal in meinem Leben in die Mongolei gereist.
Doch gehen wir etwas weiter zurück.
Das Projekt der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem schweizerischen und dem mongolischen Veterinärdienst wurde im April 2012 gestartet und bereits im Mai war eine Delegation aus der Mongolei bei uns in der Schweiz zu Besuch. Ziel des Besuches war für sie, einen Einblick in die Funktionsweise unseres Veterinärdienstes (auf eidgenössischer und kantonaler Ebene) und in die Organisation unserer Tiergesundheitsstrategie zu erhalten. Für mich stellte dieser erste Kontakt eine Gelegenheit dar, meine Partner und ihren Veterinär- und Zuchtdienst kennenzulernen.
Das AHP besteht aus mehreren Teilbereichen. In dem Bereich, der das BVET betrifft, geht es um die Erarbeitung von mongolischen veterinärrechtlichen Bestimmungen, die den Empfehlungen der OIE entsprechen.
Im Anschluss an den Besuch in der Schweiz wurde der Aktionsplan für das Ende des Jahres 2012 erstellt. Es wurde beschlossen, in der Mongolei einen Workshop zur Gesetzgebung zu organisieren. Um die Reiseaufwände für die Personen dieses riesigen Landes möglichst gering zu halten, konnte der Workshop mit einem anderen Workshop zur Strategie zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche verbunden werden. Die zwei Workshops fanden in der ersten Oktoberwoche statt. Meine Reise dauerte vom 1. bis am 10. Oktober.
Die Idee war, möglichst viele verschiedene Partner zusammenzubringen, die von der Einführung und Umsetzung des Veterinärrechts betroffen sind. Im Workshop sollten die Ideen, Vorschläge und Empfehlungen von sämtlichen Teilnehmenden gesammelt werden, ungeachtet davon, ob diese aus einem Ministerium oder einer Provinz kommen, aus der Hauptstadt oder vom Land, ob sie jung oder weniger jung, männlich oder weiblich sind.
Es wurde in Gruppen gearbeitet und die vorgegebenen Themen wurden engagiert und in einer offenen und durch freie Meinungsäusserung geprägten Atmosphäre diskutiert. Jede Gruppe stellte anschliessend die Ergebnisse der Diskussion vor. Diese wurden protokolliert und sind momentan Gegenstand von redaktionellen Arbeiten zur Gesetzgebung, die unter der strengen Aufsicht einer mongolischen Anwältin ausgeführt werden.
Die Personen, die ich in den paar Tagen getroffen habe, sind alle sehr interessiert an der Entwicklung ihres Landes und hoch motiviert.
Jurten in der Umgebung von Ulaanbataar
Was die Hauptstadt anbelangt, so ist Ulaanbaatar eine Stadt, die sehr rasch gewachsen ist und weiterhin wächst. Sie hat mich in verschiedener Hinsicht überrascht. Neben sehr modernen und zum Teil architektonisch wirklich schönen Gebäuden finden sich heruntergekommene Häuser und Jurten, wo die Lebensbedingungen in starkem Kontrast zu jenen in den neuen Wohnungen stehen. Alles ist riesig: die Bauten, die Plätze, die Parks – alles in XL-Ausführung. Die Stadt scheint ganz plötzlich zu enden, um der Natur Platz zu machen. Der Übergang ist sehr abrupt. Der Himmel ist strahlend blau und die Stadt erstickt zu bestimmten Zeiten unter dem Smog.
Letztlich war der erste Abstecher in diese Ecke der Welt, in eine Umgebung aus motivierten Menschen, eine völlig andere Kultur und in ein erfolgreich voranschreitendes Projekt, gleichwohl eine schöne Erfahrung.
Die Workshops nahmen in lebhaften Gruppendiskussionen Gestalt an.














