BVD: Es ist noch nicht vollbracht!
Nur 0.2 % beträgt gegenwärtig die Rate neugeborener PI-Kälber. Auf 1000 neugeborene Kälber kommen also 2 permanent Infizierte (PI-Tiere). Das ist wenig, aber es ist nicht nichts. Es bedeutet, dass das Programm zur Ausrottung der BVD weiter geht. Und es bedeutet insbesondere, dass die geltenden Weisungen sorgfältig und genau befolgt werden müssen.
Doch seit einiger Zeit berichten uns Tierärzte und Tierärztinnen immer häufiger, dass Tiere aus gesperrten Beständen verstellt oder verkauft wurden, bevor ihre Testresultate bekannt waren. Seit Januar wurden mehr als 2500 gesperrte Kälber umplatziert. So etwas kann schwerwiegende Folgen haben. In diesem Stadium des Ausrottungsprogramms hatten viele junge Tiere nie Kontakt mit dem BVD-Virus – das ist ja eben das Ziel des Programms. Doch wenn jetzt ein PI-Kalb in einen Betrieb eingeführt wird, können diese jungen Tiere neu mit BVD infiziert werden und – wenn sie tragend sind – wieder neue PI-Kälber zur Welt bringen – und schon beginnt der teuflische Zyklus von vorn! Dazu kommt, dass sich die Tiere in diesen Sommertagen häufig auf der Alp befinden. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich den Schaden auszudenken, den ein einziges unentdecktes PI-Tier auf einer Alp anrichten kann.
Damit so etwas nie geschehen kann: Bleiben Sie wachsam. Lassen Sie Ihre Kälber testen – auch die Mastkälber. Warten Sie die Testresultate Ihrer Kälber ab, bevor Sie diese verstellen. Befolgen Sie die Sperrmassnahmen. Sonst gefährden Sie die ganzen Anstrengungen, die Sie und andere schon zur Ausrottung der BVD geleistet haben.
Weitere Informationen zur Krankheit : www.stopbvd.ch


Kommentare
Diese Tatsache stellt meines Erachtens das BVD-Bekaempfungsprogram NICHT in Frage, die wirtschaftlichen Vorteile fuer die Schweizer Viehzucht sind eindeutig. Die bisher erreichte Reduktion der Anzahl PI-Tiere um ueber 90% und die damit verbundene Verdraengung der BVD von Platz 1 der Abortursachen beim Rind ist ein hervorragendes Ergebnis und den Aufwand wert.
Man sollte nur aufhoeren, von einer BVD-Ausrottung zu traeumen und einem unerreichbaren Ziel nachzurennen.
Gemäss Abklärungen mit der TVD hat dies damit zu tun, dass der BVD-Status nicht nur vom Laborergebnis abhängt, sondern auch vom Betriebsstatus. Daher erhalten nicht-zuordbare Tiere (vom Herkunftsbetrieb bereits abgemeldete Tiere) einen ".".
Wie kann ich als Käufer daher sicher sein, ein BVD-freies Tier zuzukaufen?
Sie haben recht: Es ist bekannt, dass Wildwiederkäuer wie Hirsche oder Rehe sich vorübergehend mit BVD anstecken können (transiente Infektion) und dann Abwehrstoffe (Antikörper) bilden. Jedoch wurden ständige Ausscheider, PI-Tiere, nur in Einzelfällen gefunden.
Wir gehen dennoch davon aus, dass in der Schweiz die BVD-Ausrottung möglich sein wird – aus folgenden Gründen: Wie oft Wildtiere in der Schweiz mit BVD in Kontakt gekommen sind, wurde untersucht. Bei Rehen und Hirschen ist dies sehr selten (bei Steinböcken und Gämsen etwas häufiger). Die Rate ist von Region zu Region unterschiedlich, hat aber nichts mit der Rinderdichte zu tun. Alle Daten zeigen, dass die BVD bei Wildtieren und die BVD bei Rindern kaum etwas – wenn überhaupt – miteinander zu tun haben. Zudem haben es die Skandinavier vorgemacht: Sie konnten die BVD bei den Rindern tilgen, obwohl sie ja viele Wildwiederkäuer (z.B. Rentiere und Elche) haben.
Wie bei vielen Ausrottungen, ist das Ende immer das schwierigste, und es ist wichtig möglichst genaue Nachforschungen zur Infektionsquelle zu machen, und über diese auch immer wieder zu informieren und aufmerksam zu machen. Wie von ihnen bemerkt, ist diese nicht immer zu finden – und das war auch in Skandinavien so. Dennoch besteht eine sehr gute Chance, die BVD auszurotten.
dies kann tatsächlich vorkommen, wobei nach unseren Erfahrungen in den allermeisten Fällen der BVD-Status sauber ausgewiesen ist. Auch die Begründung der TVD ist richtig: Wenn ein Tier keinem Betrieb zugeordnet ist, kann die TVD keinen BVD-Status anzeigen. (Ein Tier kann eben gesperrt sein, weil das Testergebnis noch nicht vorliegt und/oder weil der Betrieb gesperrt ist.) Der "." kann auch erscheinen, wenn Kälber zu spät angemeldet werden: es braucht 2 Tage, bis die Daten in der TVD verfügbar sind. Kurz: Meist ist der BVD-Status auf der TVD ausgewiesen. Falls nicht, sollten Sie im Herkunftsbetrieb nachfragen.