Am 1. Januar 2009 wird der gemeinsame Veterinärraum Schweiz-EU Realität. Grenztierärztliche Kontrollen an den Landesgrenzen fallen weg; der Handel mit Tieren und landwirtschaftlichen Erzeugnissen wird erleichtert. Tierseuchen, die sich nicht an Landesgrenzen halten, werden grossflächig bekämpft. Aus fernen Ländern importierte Produkte und Lebensmittel werden sicherer, weil die Schweiz zusammen mit der EU die Kontrolle vor Ort verstärken kann. Der gemeinsame Veterinärraum hilft der Schweizer Landwirtschaft und ist ein Plus für Konsumentinnen und Konsumenten.

Die Bemühungen für einen sicheren, gemeinsamen Veterinärraum haben wir seit den Verhandlungen zu den Bilateralen Abkommen in den 90er Jahren konsequent verfolgt und Schritt für Schritt umgesetzt. Seit 2002 haben wir gleichwertige Tierseuchenbestimmungen wie die EU und seit 2005 auch für die Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft. 2006 wurden die veterinärmedizinischen Zeugnisse überflüssig. 2009 sind nun alle Voraussetzungen erfüllt, um sämtliche grenztierärztlichen Kontrollen gegenüber der EU abzuschaffen. Dies führt im Handel zu Einsparungen in Millionenhöhe.

In den 90er Jahren war das Ziel eines Freihandelsabkommens im Agrar- und Lebensmittelbereich noch nicht vor Augen. Ursprünglich für die gegenseitige Öffnung des Käsemarktes, stellen wir heute fest, dass der gemeinsame Veterinärraum auch eine Grundlage für dieses Abkommen ist. Die Verhandlungen dazu haben erst begonnen. Das nächste Ziel, die nächste Vision, ist jedoch bereits gesetzt: Schweizer Bäuerinnen und Bauern und die Lebensmittelverarbeiter sollen ihre qualitativ hochstehenden Produkte ungehindert in der gesamten EU verkaufen können, einem Markt mit 490 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten. Das Gleiche wird selbstverständlich auch umgekehrt für Produkte aus der EU gelten. Ich bin mir sicher, dass wir gute Trümpfe in der Hand haben und die Chance nutzen werden dank bekannten Marken, guter Qualität und hoher Sicherheit. Gesunde, tiergerecht produzierte und ökologisch nachhaltige Produkte sind gefragt. Viele Konsumentinnen und Konsumenten werden deshalb auch bei Lebensmitteln Schweizer Qualität schätzen lernen.