Campylobacter: ein altes Problem macht Schlagzeilen
In den letzten Tagen wurden in Zeitungen Artikel mit Überschriften wie „Schweizer Hühner sind verseucht“, „Geflügelfleisch stark von Bakterien befallen“ oder „Die Bevölkerung isst sich krank“ veröffentlicht. Die Beiträge zeigen, dass viele Campylobacter als neue Bedrohung ansehen. Das ist falsch. Campylobacter hat weltweit, auch in der Schweiz, schon immer Menschen befallen und heftige Durchfälle ausgelöst. Da sein viel bekannteres Pendant, die Salmonellen, besonders in der Schweiz erfolgreich zurückgedrängt werden konnte, führt Campylobacter seit Jahren zu weitaus mehr Erkrankungen als Salmonellen.
Menschen stecken sich bei weitem nicht nur über den Kontakt oder Konsum von schlecht erhitztem Schweizer Poulet an. Weitaus mehr Menschen lesen Campylobacter auf Auslandreisen auf, andere durch Kontakt zu Haustieren. Campylobacter ist ein häufiger Darmbewohner in Tieren und macht gerade Hühner nicht krank. Um die Situation im Auge zu behalten, bestimmten wir jeweils im Frühjahr den Campylobacter-Befall in Mastpouletherden – mit Werten bis zu 45 Prozent. 2008 nun massen wir Campylobacter jeden Monat und fanden wie erwartet einen ausgeprägten Anstieg in den Sommermonaten. Der Spitzenwert im August lag bei 90 Prozent. Jeden Sommer steigen die Campylobacter-Werte an. Ob sie jeden Sommer derart stark zunehmen, werden erst die Untersuchungen der kommenden Jahre zeigen.
Konsumierende können sich im Prinzip relativ einfach schützen: Pouletfleisch gut durchbraten und nach dem Berühren von rohem Fleisch die Hände gründlich waschen. Und dennoch ist die Situation nicht zufriedenstellend. Wir möchten den Campylobacter-Befall in Mastpouletställen durch vorbeugende Hygienemassnahmen senken. Auch die hygienischen Massnahmen im Schlachthof gilt es zu prüfen. Fertige Konzepte gibt es dazu nicht. Auch nach der Arbeitssitzung vom 18. Dezember werden wir diese Konzepte nicht haben. Zu verhindern, dass Campylobacter in Mastpouletställe gelangt, ist nicht ganz einfach. Der Keim kann über unzählige Wege eingetragen werden. Man wird viele Lösungsansätze testen müssen und es braucht wohl einige Jahre, bis sich die Situation nachhaltig verbessert.
Weitere Informationen zu Campylobacter finden Sie hier.


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