Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. Wer es mit Benjamin Franklin halten und sich historisch schlau machen will, dem sei eine neue Webseite empfohlen. Die Gesellschaft für  Geschichte der Veterinärmedizin macht Teile ihres umfassenden Archivs online zugänglich auf www.svgvm.ch. Mit Blick auf das bevorstehende Jubiläum des tierärztlichen Berufs im nächsten Jahr (World Veterinary Year 2011) kann man einen Blick zurück werfen - auf die fast 15‘000-jährige Geschichte der Tiermedizin.

Zu erfahren ist beispielsweise, dass um 1850 der Rotz, die Tollwut, die Schafpocken und die Rinderpest zu den am meisten gefürchteten Tierseuchen gehörten. Es gab eine Anzeigepflicht für Tierseuchen, tierseuchenpolizeiliche Massnahmen und 1872 ein erstes eidgenössisches Tierseuchengesetz. Damit lag die Verantwortung neu beim Bund, vorher war die Seuchenbekämpfung kantonal geregelt.  Die Schweiz hat schon damals erkannt, wie wichtig ein koordinierter Kampf gegen Tierseuchen ist.

Die Seite gibt auch einen Überblick über die Entwicklung des Tierschutzes in der Schweiz – vom 19. Jahrhundert bis zum Erlass des Tierschutzgesetzes. Wussten Sie beispielsweise, dass die heute allgemein anerkannte Philosophie in Sachen Tierschutz auf Albert Schweitzer zurück geht, den als Urwalddoktor bekannten Theologen, Musikwissenschafter und Arzt?   Er prägte die Maxime, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen wie dem eigenen. Dieser Grundgedanke wirkt bis heute nach. Vor 100 Jahren sprach man von der Achtung des Tieres als Mitgeschöpf. Heute spricht man von der Würde der Kreatur. Sie ist in der Bundesverfassung verankert und auch das geltende Tierschutzgesetz trägt ihr Rechnung. Beide Begriffe zielen auf dasselbe: Das Recht des Tieres auf Schutz.

Zu entdecken sind zudem weitere Texte über die Geschichte der Veterinärmedizin, interessante Forschungsprojekte in diesem Kontext und eine umfassende Literaturliste.  Ein Stöbern im virtuellen Archiv lohnt sich.