Wie am Freitag vorausgesagt, haben sich die Diskussionen rund um Elefanten und Elfenbein verschärft. Doch bevor sich die Debatten auf eine sehr politische Ebene verschieben konnte, wurde je ein wissenschaftlicher Bericht zum Ausmass der Wilderei und des illegalen Handels präsentiert.

Der erste Bericht, verfasst vom Programm MIKE, enthält die Resultate einer Langzeitbeobachtung in Asien und Afrika zum Ausmass der Wilderei. Der Bericht zeigt, dass der Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen die Wilderei nicht zu fördern scheint. Nach den Verkäufen von 1999 ging das Ausmass der Wilderei sogar zurück und stabilisierte sich dann von 2002 bis 2006. Anschliessend nahm die Wilderei wieder zu bis zum Lagerverkauf von 2008. Nach diesem Verkauf nahm die Wilderei 2009 wieder ab. Andere Faktoren beeinflussen das Ausmass der Wilderei erheblich: zum einen die Dichte der Vegetation, - Wald erleichtert die Wilderei - sowie die Qualität der Verwaltungen: arme Staaten, welche Schutzmassnahmen nicht mit der nötigen Entschlossenheit umsetzen, müssen mit mehr Wilderei rechnen.

Der zweite Bericht wurde heute Morgen vorgestellt. Das Programm ETIS stellt alle CITES – Beschlagnahmungen zusammen, mit Mengenangaben sowie Herkunfts- und Zielland. Der Bericht kommt zum betrüblichen Schluss, dass der illegale Handel seit 10 Jahren zunimmt, auch 2009 mit einer erneuten Zunahme. Die Herkunftsländer liegen oft in Zentral- und Westafrika. Zielländer liegen vor allem in Südostasien, mit Thailand als Durchgangsland. Fehlende Bereitschaft, Schutzmassnahmen in einem Land durchzusetzen sowie ein vorhandener Markt im Innern des Landes sind Faktoren, welche den illegalen Handel begünstigen.

Nach der Präsentation der beiden Studien setzten sich die lebhaften Diskussionen fort, jedoch zunehmend auf politischer Ebene. Schliesslich hat Tansania seinen Vorschlag in zwei Teile aufgeteilt: Einerseits solle seine Elefanten – Population in den Anhang II runtergestuft werden.  Zudem soll ein Verkauf der Lagerbestände erlaubt werden. Beide Vorschläge wurden schliesslich abgelehnt. Die Schweiz hat die tiefere Einstufung in den Anhang II befürwortet, weil die Elefantenbestände in Tansania in guter Verfassung sind. Bei den Lagerverkäufen hat sich die Schweiz der Stimme enthalten. Die Diskussionen konnten unsere Zweifel nicht ausräumen (siehe Blog vom Freitag). Und die wissenschaftlichen Berichte unterstreichen die Wichtigkeit, solche Verkäufe besonders sorgfältig zu begleiten.