Bundesamt für Veterinärwesen BVET

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Schutz des Eisbären wird nicht verschärft – zu Recht!

Der Eisbär ist seit vielen Jahren im Anhang II von CITES, der Handel mit Eisbärprodukten wird damit kontrolliert. Die USA wollten nun eine Verschärfung: Der Handel mit Eisbärprodukten soll verboten werden durch eine Aufnahme in Anhang I.

So sympathisch dieser Antrag auf den ersten Blick ist – er hätte der Eisbärpopulation nichts gebracht. Der Antrag wurde am Donnerstag denn auch hochkant abgelehnt. Auch die Schweiz stimmte dagegen. Der Hauptgrund: Der Eisbär ist durch den internationalen Handel mit Eisbärfellen und ähnlichem keineswegs gefährdet. Im Gegenteil schützen Alaska, Grönland, Kanada, Norwegen und Russland ihre Eisbär-Populationen gut und erlauben nur eine nachhaltige Nutzung. Sämtliche dieser Staaten – ausser den USA (Alaska) – stimmten denn auch gegen den Antrag. Störend war zudem, dass die Inuits, welche ausschliesslich über die Jagdquoten verfügen, nicht konsultiert worden waren.

Und dennoch: Der Eisbär wird künftig unter Druck kommen – wegen dem Verlust des natürlichen Lebensraumes, vorwiegend bedingt durch den Klimawandel. Ein Handelsverbot hätte daran nichts geändert. Dem Eisbär kann deshalb im Rahmen von CITES nicht weiter geholfen werden. Dazu braucht es unter anderem Anstrengungen im Klimaschutz.

Für mich war dieser Entscheid wichtig: Wenn CITES bei Arten die Schutzbestimmungen verschärft, soll das greifen. Rein symbolische Anträge würden das Übereinkommen nur verwässern.

Rosenholz wird geschützt!

Heute geht es an der Konferenz vor allem um Pflanzen. Erfreulich: Heute vormittag wurde entschieden, das Rosenholz in den CITES-Anhang II aufzunehmen und damit den Handel zu kontrollieren.

Der Entscheid ist in Sachen Artenschutz wichtig. Erfreulich ist aber auch, dass es gelungen ist, unnötigen Vollzugsaufwand zu verhindern: So braucht es künftig nur Bewilligungen, wenn mit dem Rosenholz selbst oder mit dem daraus gewonnenen Öl gehandelt wird, nicht aber beim Handel mit Parfümen, die Essenzen aus Rosenholz enthalten.

Eine analoge Korrektur hat man heute auch bei einer sukkulenten Pflanze, der Candelilla-Euphorbie, erreicht.  In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Produkte wie z.B. Lippenstifte entdeckt, die Candelilla-Wachs enthalten. Die Folge: Die Schweiz musste jährlich mehrere Tausend Bewilligungen für den Handel mit Lippenstiften und ähnlichem ausstellen! Nun wurde entschieden, dass es für den Handel mit fertigen, abgepackten Produkten keine Bewilligungen mehr braucht. Für den Schutz des Candelilla-Busches genügt es , wenn der Handel mit den Rohwaren gut kontrolliert wird.

Auch bei diesen Entscheidungen gilt: Endgültig verabschiedet werden die Anträge erst in den Schlussabstimmungen nächste Woche.

 

Wenig Support für Haifische und Rochen

Am Dienstag ging es zum ersten Mal an der diesjährigen CITES-Konferenz um den Schutz von kommerziell wichtigen Fischen – leider mit einem für den Schutz der Arten nicht erfreulichen Ausgang. Zur Debatte stand eine Verschärfung einer Resolution zum Schutz von Haifischen und Rochen.

Der Hintergrund: Die FAO betreibt seit Jahren einen Aktionsplan zum Schutz von Haifischen und Rochen. Dieser Aktionsplan verpflichtet Staaten, welche Haifische und Rochen fangen, Arten zu identifizieren, welche durch den Handel gefährdet sind – und entsprechende Massnahmen zu treffen. Die Resolution – die bereits früher verabschiedet worden ist und weiterhin gilt – stellt fest, dass der Aktionsplan bislang wenig Wirkung gezeigt hat und fordert die FAO und die Staaten auf diesen umzusetzen.

Leider hat auch diese Resolution bislang wenig Wirkung gezeigt. Dies ist zumindest die Meinung einiger Vertragsstaaten von CITES und auch der Schweiz, weshalb eine Verschärfung der Resolution gefordert wurde. Die verschärfte Resolution hätte klar aufgelistet, was von den betroffenen Staaten erwartet wird. Letztendlich sollte die Grundlage geschaffen werden, um künftig zu entscheiden, welche Haifisch- und Rochenarten durch den Handel gefährdet sind und in die CITES-Anhänge gehören. Die verschärfte Resolution beinhaltete auch ein besseres Monitoring von Süsswasserrochen, welches an sich bereits vereinbart und nicht umstritten war. Leider wurde die Verschärfung der Resolution als Ganzes abgelehnt.

Die Diskussionen gaben einen Vorgeschmack auf die anderen Anträge zu kommerziell bedeutenden Fischarten wie Blauflossenthun und verschiedene Haifischarten. Ganz ist die Verschärfung der Resolution aber noch nicht vom Tisch. Endgültig entscheidet die Vertragsstaatenkonferenz erst in den Schlussabstimmungen am Mittwoch und Donnerstag nächste Woche.

CITES – heute geht’s ums Geld

Noch wurde an der CITES Konferenz nicht über den Schutz einzelner Arten diskutiert. Heute sprach man jedoch über Strategisches – und über die Finanzierung des Übereinkommens. Mit diesem Geld wird das CITES-Sekretariat, verschiedene Forschungsprojekte, Meetings und weiteres finanziert. Das Geld ist so etwas wie das Blut im CITES-Organismus: Die CITES-Schutzbestimmungen taugen nur so viel, wie sie auch tatsächlich umgesetzt werden.

In den Diskussionen zum Budget begegnen sich jeweils stark gegensätzliche Interessen. Auf der einen Seite stehen Länder, die möglichst keine Zunahme der Ausgaben befürworten und auf der anderen Seite Länder, die ein Wachstum der Ausgaben oder zumindest den Ausgleich der Teuerung befürworten. Somit schwanken die Vorstellungen für eine Zunahme der Beiträge zwischen 0% und 16%! Eine Erhöhung von 16% bedeutet nichts anderes, als die Anpassung an die Teuerung und den Verfall des Dollars über drei Jahre zu kompensieren. In Anbetracht der angespannten Budget-Situation in vielen Staaten dürften diese Diskussionen nicht einfach sein.

CITES-Konferenz ist gestartet!


Es ist soweit. Heute startet hier in Doha (Katar) die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Artenschutzübereinkommens CITES. Etwa 1500 Delegierte aus 175 Staaten weltweit, Vertreter von NGOs, Journalisten und weitere werden bis am 25. März über den Schutz von Thunfischen, Haien, Tropenhölzern, Elefanten und vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten beraten. Auf mich und die weiteren Mitglieder der Schweizer Delegation warten intensive Debatten. Regeln für die ganze Welt zu finden ist nie einfach, aber es lohnt sich – durch das CITES-Regelwerk sind schon viele Arten erfolgreich geschützt worden.

Ich werde Ihnen ab Montag täglich die wichtigsten Beschlüsse in diesem Blog schildern – hoffentlich sind viele wichtige Fortschritte für den Schutz von Arten dabei.

Informationen zu CITES generell: www.cites.ch

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