Forschung zum Wohl der Tiere
Er ist der einzige Tierschutzprofessor der Schweiz: Seit dem 1. August ist Hanno Würbel Professor für Tierschutz an der Universität Bern, genauer am Veterinary Public Health Institut der Vetsuisse-Fakultät. Der studierte Verhaltensforscher war die letzten Jahre Professor für Tierschutz und Ethologie in Giessen (D). Mit der Berufung nach Bern erfüllt sich für ihn ein langgehegter Traum: sein Fachgebiet in der Schweiz zu vertreten, da wo er aufgewachsen ist und wo er mit seiner Familie lebt.
Hanno Würbel schätzt an seinem Fachgebiet die gesellschaftspolitische Dimension und die spannenden wissenschaftlichen Fragen, die damit verbunden sind. Mit innovativer Grundlagenforschung praxistaugliche Lösungen ermöglichen – das ist eines der Ziele, die er sich für seine Professur gesteckt hat. Gesucht seien Lösungen, die unseren Interessen und auch dem Schutz der Tiere Rechnung tragen.
Was das konkret heissen kann, macht seine bisherige Forschung deutlich: In mehreren Projekten haben er und sein Team aufgezeigt, dass Versuchstiere weniger Verhaltensstörungen entwickeln, wenn die Käfige artgerechter ausgestattet sind, z.B. mit Beschäftigungsmaterial. Die Forschung hat auch gezeigt, dass diese Anreicherung der Käfige die Aussagekraft von Tierversuchen nicht beeinflusst. Damit wurde es möglich, dass eine Vorschrift für tiergerechtere Haltung in die neue EU-Direktive aufgenommen wurde. Es sind solche Erfolge, die Hanno Würbel antreiben. Frustrierend sei einzig, dass es von der Forschung bis zur Umsetzung manchmal sehr lange dauert.
Lesen Sie ein ausführliches Interview mit Hanno Würbel auf Tiere richtig halten: Der Tierschutzprofessor über erreichte und gesteckte Ziele, innovative Forschung und über ethische Fragen, die nach biologischen Antworten verlangen.
Hanno Würbel studierte Biologie mit Schwerpunkt Ethologie an der Universität Bern und promovierte 1996 an der ETH Zürich. 2002 wurde er als Professor für Tierschutz und Ethologie an die Universität Giessen (D) berufen. Seine Forschungen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Versuchstieren und der Aussagekraft von Tierversuchen wurden mit dem Hessischen und dem Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis ausgezeichnet. Der 48-jährige Hanno Würbel ist in Langenthal aufgewachsen und lebt heute mit seiner Familie in Zürich.



