IWC ist zu Ende
Die 62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Marokko ist zu Ende. Eine positive Bilanz lässt sich nicht ziehen, auch wenn zum Schluss immerhin in einem Punkt – der Walfangquote für Grönländer – eine Einigung erzielt werden konnte.
Für die Fangsaison 2009/2010 werden rund 2100 getötete Wale durch die Mitglieder der IWC rapportiert. Nachdem ein Kompromiss gescheitert ist (siehe IWC - kein Kompromiss dieses Jahr), ist zu befürchtet, dass die Walfangzahlen auch in den kommenden Jahren ansteigen – ausserhalb der Kontrolle durch die IWC. Ob die deklarierte Abkühlungsphase bis zur Tagung in einem Jahr wesentliche Änderungen der Positionen ermöglicht, bleibt abzuwarten.
Dabei geht es in der IWC immer nur um einen sehr kleinen Teil der Wale, die durch menschliches Zutun ums Leben kommt. Über die Ausblendung der Kleinwale, von denen jährlich Zehntausende getötet werden, habe ich gestern berichtet. Viele weitere Faktoren, die für das Überleben der Wale zentral sind, liegen ausserhalb der Regelungskompetenz der IWC: Die Übernutzung der Ozeane, die Schadstoffanreicherung und der Klimawandel sind Faktoren, welche alle Anstrengungen zum Schutz der Wale vor einer übermässigen Ausbeutung durch die Jagd in Zukunft zunichte machen können. Entsprechend ist es – auch aus der Sicht der Schweiz – wichtig, dass die IWC mit anderen relevanten internationalen Organisationen zusammenarbeitet. Die Interventionen der Schweiz waren insbesondere auf diese Gefährdungen ausgerichtet.

