Rinderkrankheit Besnoitiose breitet sich in Europa aus
Die Besnoitiose breitet sich in Europa aus und führt zu immer mehr Fällen in immer neuen Regionen. Dies schreibt die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA in einer soeben veröffentlichten Zusammenstellung der verfügbaren Daten. Die Krankheit kann bei Rindern schwere Symptome wie massive Hautschäden und Unfruchtbarkeit und gar den Tod auslösen, ist für Menschen jedoch ungefährlich.
Die Schweiz könnte jederzeit betroffen sein. In den französischen Alpen kam es schon mehrfach zu grösseren Ausbrüchen der Besnoitiose. Über aus Frankreich importierte Rinder gelangte die Krankheit bereits nach Deutschland und Italien. Gegen die Besnoitiose gibt es in Europa weder wirksame Impfstoffe noch Medikamente. Wirklich wirksam kann die Ausbreitung der Krankheit nur durch das Töten der ganzen Herde unterbunden werden.
Vieles ist bei der Besnoitiose noch unbekannt. Übertragen wird die Krankheit vermutlich vor allem über Bremsen und andere stechende Fliegen. Aber auch beim direkten Kontakt von Tieren über offene Wunden und beim Natursprung scheint eine Übertragung möglich. Die Autoren der Studie fordern in erster Linie eine Verstärkung der Forschung, um die Verbreitungswege der Krankheit zu klären. Zudem sollen Tierhaltende und Tierärzte auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden.
Zum Schutz der Schweizer Rinderpopulation braucht es vor allem zwei Massnahmen:
- Testen Sie bei Importen aus betroffenen Regionen, insbesondere Frankreich, die Tiere vorab auf Besnoitiose.
- Machen Sie sich mit den Symptomen der Krankheit vertraut und reagieren Sie bei Verdachtsfällen sofort. Erste Anzeichnen sind starker Tränenfluss und Veränderungen am Flotzmaul und an den Zitzen. Oft wird die Krankheit anhand von Knötchen (Zysten) auf dem Augapfel entdeckt, die sehr typisch für die Besnoitiose sind. Untersuchungen macht das Institut für Parasitologie der Vetsuisse-Fakultät Bern.
Viele weitere Informationen zur Besnoitiose finden Sie auf der Website des BVET. Unter anderem erklärt Prof. Bruno Gottstein, der an der EFSA-Studie mitgewirkt hat, in einem 10-minütigen Video die Krankheit.


