Vergangenen Freitag hat Coop eine Studie zu den Tierschutz-Ansichten veröffentlicht. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie wichtig Menschen in der Schweiz ethische Aspekte sind. Laut Studie halten 90 Prozent der Befragten den Tierschutz für wichtig – bei Nutztieren genauso wie bei Heimtieren. Nur 12 Prozent achten beim Kauf von Fleisch nie auf den Tierschutz.

Die Resultate bestätigen frühere Studien. So veröffentlichte das Bundesamt für Landwirtschaft im März 2007 eine Untersuchung dazu, welche Erwartung die Schweizer Bevölkerung an die Landwirtschaft hat. Die am häufigsten geäusserte Erwartung: „Einhaltung besonders strenger Tierschutzbestimmungen“.

Nicht nur Menschen in der Schweiz ist der Tierschutz wichtig. Auch in der Europäischen Union gaben in einer Befragung im Jahr 2005 43% der Personen an, beim Kauf von Fleisch meist oder gelegentlich an Tierschutz zu denken. Die Unterschiede in der EU sind jedoch gewaltig: In Schweden sind es 67%, in Deutschland 52% und in Tschechien 21%.

Die Erwartung der Schweizer Bevölkerung ist für die Schweizer Landwirtschaft Auftrag und Chance zugleich. Fragt man, was unter Tierschutz bei Nutztieren zu verstehen sei, nennen die meisten „ artgerechte Haltung/nach Tierschutzgesetz/tierwürdig“, wiederum nach der Studie von Coop. Für mich heisst das, dass wir mit überzeugenden Tierschutzbestimmungen die Bauern in der Schweiz unterstützen können.

Am zweithäufigsten wurden die Kriterien „Auslauf/Freilauf“ genannt. „Bewegung“ ist tatsächlich ein zentrales Bedürfnis von Tieren. Im Rahmen der Informationskampagne „Tiere richtig halten“ wollen wir in den kommenden Monaten denn auch die „Bewegung“ von allen Seiten beleuchten – bei Nutz- genauso wie bei Heimtieren.