Eine Frage tauchte in den Diskussionen der vergangenen Tage immer wieder auf : Wie lassen sich die Vorgaben kontrollieren ? Dabei dachte man nicht an die Kontrollen in der Landwirtschaft, sondern an jene bei Privaten. Wer wird kontrollieren, ob der Halter von Waldi seinen Kurs besucht hat oder ob das Meerschweinchen Max nun wirklich nicht mehr alleine leben muss? Da müssen wir uns zuerst an das Hauptziel der neuen Tierschutzgesetzgebung erinnern: die Verantwortung der Tierhaltenden zu stärken – und nicht Kontrolleure in Privathaushalte zu schicken. Letztlich gibt es viele durchaus erfolgreiche Vorschriften, die kaum kontrolliert werden können. Oder wer behauptet schon, Geschwindigkeitslimiten auf Quartierstrassen bringen nichts? Genauso funktioniert auch der Tierschutz bei Privaten: Unsere Strassenschilder sind das Portal „Tiere richtig halten“, über das wir die Tierhaltenden informieren - und dann die Verantwortung für das Tier in ihre Hände legen. Diese Information ist nötig. Dass zeigen nicht zuletzt die überraschten und teilweise spöttischen Kommentare darüber, dass Meerschweinchen, Wellensittiche und andere soziallebende Tiere nun einen Kumpanen kriegen müssen. Oder das Bild eines Karikaturisten, der die Bestimmung auf die Schippe nehmen wollte und einen Hamster zeichnete, der soeben von seinem neuen Mitbewohner aus dem Rad geworfen wurde. Was der Karikaturist nicht wusste: Hamster sind Einzelgänger.

Vielleicht stellen wir unbewusst auch eine Hierarchie unter den Tieren auf: So wurde beispielsweise nicht kritisiert, dass Pferde soziale Tiere sind und deshalb nicht allein gehalten werden sollen, aber bei Meerschweinchen erscheint diese Forderung vielen als lächerlich. Weshalb eigentlich? Viele Menschen haben durch die Urbanisierung kaum noch Kontakte zu Tieren. Wer weiss heute noch, dass Meerschweinchen soziale Tiere sind, sein "Cousin", der Hamster, aber ein Einzelgänger? Die neue Tierschutzgesetzgebung berücksichtigt dieses Faktum: Nicht nur die Landwirte sollen die Bedürfnisse ihrer Tiere respektieren, aber auch alle Haltenden von Heimtieren. Eine grundlegende Bedingung dafür ist, dass sich Personen informieren, bevor sie die Verantwortung für ein Tier übernehmen. Und dafür bieten wir ein Informationsangebot: www.tiererichtighalten.ch.