Bundesamt für Veterinärwesen BVET

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Achtung Tier!

Die Menschen in der Schweiz lieben Tiere. Davon zeugen die Zahlen zur Heimtierstatistik – in jedem dritten Haushalt miaut es, wird gebellt und gezwitschert, wobei die Katzen mit 1.3 Millionen und die Hunde mit einer halben Million zu den beliebtesten Vierbeinern gehören. Beobachten lässt sich des Schweizers Liebe zum Tier tagtäglich und sie zeigt sich auch am Portemonnaie: Jährlich werden mehr als 800 Millionen Franken ausgegeben -  alleine für Futter und Zubehör der tierischen Freunde.

Unser Umgang mit Tieren ist aber auch von allzu Menschlichem geprägt und von falsch verstandener Tierliebe. Es gilt, unser Verhältnis zu Nagern, Vögeln und Säugetieren aller Art denn auch ehrlich zu hinterfragen: Haben wir genügend Achtung für das Tier und genügend Respekt vor dem Tier? Respektieren wir seine Eigenart als TIER und nehmen wir es als das wahr, was es ist? Ein Lebewesen nämlich, das spezifische Bedürfnisse hat, denen es Rechnung zu tragen gilt. Sind wir uns bewusst, dass der Hund vor unserem Sofa ein Abkömmling des Wolfes ist und die Schlange in unserem Terrarium ein Wildtier? Und vor allem: Sind wir uns der Verantwortung bewusst, die mit der Haltung eines Tieres zeitlebens verbunden ist? Das BVET geht diesen Fragen auf den Grund: Achtung Tier!

Diskutieren Sie mit!

Achtung Tier - was kommt Ihnen bei diesem Stichwort in den Sinn? Wo lassen es die Menschen Ihrer Meinung nach mitunter an der Achtung und der nötigen Vorsicht mangeln? Sind Sie eine begeisterte Tierhalterin oder eher ein Skeptiker, der vor übertriebener Tierliebe warnt? Welche Beobachtungen und Erfahrungen haben Sie gemacht? Ihre Meinung interessiert uns. Egal ob konkretes Beispiel aus dem Alltag oder prinzipielle Gedanken zu Moral und Ethik – diskutieren Sie mit!

Forum - Achtung Tier

Chronischer Botulismus - ein umstrittenes Krankheitsbild

Botulismus wird durch einen Giftstoff (Botulinumtoxin) verursacht. Dieser wird von einem Bakterium namens Clostridium botulinum gebildet. Die vom Erreger gebildeten Sporen sind extrem hitzestabil, in Böden können sie viele Jahre überleben. Die „klassische“ Form des Botulismus ist seit Jahrhunderten bekannt - früher als „Wurst- oder Konservenvergiftung“ bezeichnet.

Eine Vergiftung mit Botulinumtoxin tritt in den meisten Fällen nach Einnahme von verdorbenen Lebensmitteln auf, kann jedoch auch eine Folge mangelhafter Wunddesinfektion sein. Das Botulinumtoxin führt zu Muskellähmungen, die nicht selten tödlich ausgehen. Botulinumtoxin ist eines der stärksten bekannten Gifte; weniger als 1 Millionstel Gramm reichen, um einen Menschen mit 70 kg Körpergewicht zu töten.

Das Bakterium Clostridium botulinum kommt überall vor

Der Boden, das Wasser, das Gemüse und die Eingeweide von Säugetieren und Vögeln bilden das Reservoir. Gemüse wird direkt durch den Boden kontaminiert. Die Nahrungsmittel tierischer Herkunft werden durch Sporen aus der Umwelt kontaminiert. Clostridium botulinum ist nahezu ubiquitär verbreitet und gelegentlich auch im Magen-Darmtrakt völlig gesunder Rinder nachzuweisen. Dennoch kommt Botulismus relativ selten vor.

Bei Rindern, Schweinen oder Pferden tritt Botulismus seit langem sporadisch auf. Die Vermehrung des Erregers und insbesondere die Bildung von Toxinen ist an bestimmte Milieubedingungen (wie Begleitflora, Sauerstoff, Temperatur etc.) gebunden. Wenn z.B. Mäuse oder Katzen im Heu verenden, vermehren sich die Clostridien in den Tierleichen und produzieren die berüchtigten Botulinumtoxine. Das Gift lähmt die motorischen Nerven und damit die Muskulatur. Was mit einer gelähmten Zunge beginnt, kann schliesslich die Atemmuskulatur erfassen und damit tödlich enden. Die Verhütung von Botulismus setzt eine hygienische Futtererzeugung voraus. Wirtschaftsdünger und Silagen dürfen keinerlei Tierkadaver enthalten. Grünlandflächen müssen von innen nach außen gemäht werden, dass evtl. darin befindliche Tiere herausgedrängt werden. Stall, Weide, Tränken und Futterlagerstätten müssen auf das Vorkommen von Tierkadavern überwacht werden. Ratten und Mäuse müssen fachgerecht bekämpft werden (Gift und Fallen). Weiden sollten nicht mit Geflügelmist oder -kot gedüngt werden.

Chronischer Botulismus- eine neue „Seuche“?

Neben dem altbekannten, akut und häufig tödlich verlaufenden Botulismus wird seit einigen Jahren aus Deutschland eine chronisch verlaufende Form der Krankheit bei Rindern beschrieben. Dabei sollen über längere Zeit zunehmend Vergiftungs- und Lähmungserscheinungen auftreten. Es erscheinen regelmässig Pressemeldungen, die von einer rätselhaften oder ignorierten Seuche sprechen. Einigen Berichten zufolge sollen in Norddeutschland Hunderte, ja sogar Tausende von Rinderhaltungen betroffen sein. Und nicht nur die Rinder, sondern auch die Landwirte selbst sollen über Monate an rätselhaften Lähmungen leiden. Es konnte aber bisher nicht geklärt werden, ob es sich überhaupt um ein einheitliches und „neues“ Krankheitsbild handelt, und ob es gegebenenfalls etwas mit Botulismus zu tun haben könnte.

Gefahr im Verzug?

Botulismus ist eine Erkrankung , die durch ein Gift, das „Botulinum-Toxin“, ausgelöst wird. Dieses Gift wird von Bakterien der Spezies Clostridium botulinum gebildet und kann über Nahrungsmittel aufgenommen werden. Bei dem „viszeralen Botulismus“ soll es sich um eine Erkrankung handeln, die durch Besiedlung des Magen-Darmtraktes mit Clostridium botulinum und durch vom Erreger gebildetes Botulinum-Toxin verursacht wird. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch, von Tier zu Tier und von Tier zu Mensch ist anders als bei bakteriellen oder viralen Erkrankungen nicht möglich. Eine Übertragung erfolgt lediglich durch Verzehr derselben Lebensmittel oder Kontakt mit der Kontaminationsquelle. Vergiftungen über konsumtaugliches Frischfleisch sind bislang nicht bekannt.

Was immer an den Medienberichten dran ist – niemand bestreitet, dass die Krankheit im Auge behalten und weiter erforscht werden muss. In der Schweiz sind vergleichbare Krankheitsfälle bei Nutztieren bisher nicht aufgetreten. Das Bundesamt für Veterinärwesen beobachtet die Situation, damit sich die Krankheit nicht unbemerkt einschleichen kann.