Bundesamt für Veterinärwesen BVET

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Der Veterinärdienst übt den Notfall – Tag 3 der Krisenübung „NOSOS 2011“

Die Übungsleitung hat sich für den dritten und letzten Tag der Nationalen Krisenübung ein Worst-Case-Szenario ausgedacht: Zwei Monate sind seit dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche vergangen. Auf allen Ebenen wurden die nötigen Massnahmen ergriffen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Der Tierverkehr ist in der ganzen Schweiz verboten, auf den betroffenen Betrieben sind alle Tiere gekeult worden – und trotzdem kommen neue MKS-Fälle hinzu.

Trotz einem enormen Effort aller Beteiligten hat sich die Krise noch nicht entschärft. Das Nationale Krisenzentrum NKZ, die kantonalen Veterinärämter, die Einsatzkräfte vor Ort von Bund und Kantonen, die Wissenschaftler in den Laboren: Sie alle stossen an Ressourcengrenzen. Die Hotline kann die Flut der Anrufe kaum bewältigen und muss mit den Emotionen der Anrufenden – Angst, Verunsicherung, Ärger – umgehen können. Nicht zu vergessen ist der zunehmende politische Druck. Angesichts der grossen wirtschaftlichen Folgen werden die Strategie des NKZ und die getroffenen Massnahmen in Frage gestellt und es werden Forderungen nach Entschädigungen laut. 

Gleichzeitig müssen die beschlossenen Restriktionsmassnahmen konsequent umgesetzt werden. An den beiden ersten Tagen der Übung wurden die Krisenszenarien auf Bauernbetrieben und in Schlachthöfen durchgespielt. Heute ist eine Käserei im Seetal Schauplatz des fiktiven Krisengeschehens:

Kurz nach 8 Uhr geht die Meldung ein, dass verseuchte Milch in die Käserei geliefert wurde. Der Amtstierarzt erscheint auf dem Betrieb und ermittelt anhand von Fragebogen, die regelmässig per Fax eintreffen, kritische Punkte im Arbeitsablauf, welche eine weitere Verschleppung der Seuche begünstigen können.

              

Beim Einsammeln der Milch auf den verschiedenen Betrieben innerhalb der Schutzzone muss der Chauffeur höchste Vorsicht walten lassen. Für jeden einzelnen Betrieb braucht er eigens eine frische Schutzbekleidung, die auf dem jeweiligen Hof zurückgelassen und entsorgt wird. 90 Schutzanzüge täglich braucht es im Seuchenfall nur für das Einzugsgebiet der Käserei Seetal. Dementsprechend sind Engpässe bei der Lieferung von genügend Schutzbekleidungen zu erwarten. Beim Verlassen der Betriebe muss der mit einem Virenfilter ausgestattete Tanklastwagen gereinigt und desinfiziert werden. Die Frage taucht auf, ob die Chauffeure für dieses sachgerechte Zusammentragen der Milch zusätzlich geschult werden müssten.

In der Käserei werden unterdessen die Warenflüsse der letzten drei Wochen von Amtstierarzt und Käser zurückverfolgt. Was geschieht im Krisenfall mit der Schotte, die täglich unbehandelt von der Käserei zu den Tierhaltenden gebracht wird? Dies ist eine weitere offene Frage, die anhand der konkreten und 1:1 durchgespielten Übungsanlage sichtbar wird und nachfolgend geklärt werden kann. 

In der Realität ist die Milch in der Käserei einwandfrei und kein Klauentier in der Schweiz ist an MKS erkrankt. Alles ist nur eine Übung gewesen. Es sind nicht zuletzt solche Übungen, die mithelfen, dass die Schweiz im Ernstfall gut vorbereitet wäre.

Der Veterinärdienst übt den Notfall – Tag 2 der Krisenübung „NOSOS 2011“

Zwei fiktive Monate nach dem inszenierten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche MKS befinden wir uns in einem fortgeschrittenen Stadium des Seuchenzuges in der Schweiz. Tag 2 der nationalen Krisenübung NOSOS 2011 dient vor allem der nationalen Ressourcenabklärung. Neben den wieder zunehmenden Fall- und Verdachtszahlen in den Kantonen sind nun auch  Schlachthäuser betroffen.

Seit dem ersten MKS-Fall sind zwei Monate vergangen. Am Nationalen Krisenzentrum NKZ findet die morgendliche Lagebesprechung statt. Etwa zur gleichen Zeit fällt einem Metzger im Schlachthof Basel während der Routine-Fleischkontrolle auf, dass Schweine lahm gehen und Blasen an den Klauen haben. In Kenntnis der Seuchensituation verständigt er sofort das kantonale Veterinäramt. Der Amtstierarzt erscheint vor Ort und äussert einen MKS-Verdacht – dieser wird bestätigt.

               

Um die Verschleppung der Seuche aus dem Schlachthof zu verhindern, tritt das Notfallszenario in Kraft:  Der Schlachthof wird durch den Veterinärdienst sofort vollständig gesperrt. Unterdessen werden die epidemiologischen Abklärungen getroffen. Woher kommen die kranken Tiere? Wurden vom Transporter weitere Betriebe angefahren und eventuell Tiere aufgeladen? Wohin fährt der Transporter nach dem Ablad? Diese Abklärungen dienen dazu, den Seuchenherd zu finden und den betroffenen  Betreib zu sperren.

               

Im Schlachthof werden die bereits geschlachteten Tiere separiert und gesperrt bis die Ergebnisse der Abklärungen da sind. Der gesamte Schlachthof wird nach Notfallkonzept gereinigt und desinfiziert. Die Anlage wird abgesperrt und dekontaminiert, ebenfalls das Personal und alle Lastwagen, die das Areal verlassen wollen. Der Amtstierarzt steht den Medien Rede und Antwort. Im Normalfall sind Reinigung und Abklärungen nach 24 Stunden erledigt, so dass der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.