Internationale Organisationen starten Programm gegen Tierseuchen
Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hat zusammen mit der Weltorganisation für Tiergesundheit OIE und der Weltgesundheitsorganisation WHO ein neues Programm gegen Tierseuchen vorgestellt. Damit soll der Kampf gegen Tierseuchen verstärkt werden – vor allem in Asien, Afrika und Südamerika. In denjenigen Regionen also, wo Tierseuchen zur Zeit am häufigsten und schlimmsten wüten. Geplant sind vor allem Massnahmen in den Bereichen Prävention und Früherkennung.
Das 5-Jahresprogramm „One Health“ sieht verschiedene Massnahmen vor, die den Schutz vor Tierseuchen verbessern sollen. Entwicklungsländer sollen unterstützt werden im Aufbau von Früherkennungssystemen, bei der Entwicklung und Umsetzung wirksamer Bekämpfungsstrategien und im Ausbau der dazu notwendigen Strukturen und Kapazitäten.
Die Bekämpfung von Tierseuchen wird angesichts sich wandelnder Bedrohungen immer schwieriger. „Das ist keine Science Fiction”, sagt Juan Lubroth, Leiter der Veterinärabteilung der FAO. „Die Bedrohung ist sehr real. Tödliche und ökonomisch verheerende Tierseuchen hat es schon immer gegeben, aber heute treten ohne Zweifel mehr Krankheitserreger auf und breiten sich aus. Die gute Nachricht ist: Mit den richtigen Massnahmen können sie besser entdeckt und bekämpft werden.“ Besonders gefürchtet sind Tierseuchen, die auch für den Menschen gefährlich sind. Als Beispiele seien die Vogelgrippe genannt, die Tollwut, BSE oder auch die Lungenkrankheit SARS. Mit dem Ansatz „One Health“ wird die Gesundheit von Menschen und die Gesundheit von Tieren als EINE Herausforderung betrachtet.
Tierseuchen bedrohen nicht nur die Gesundheit der Tiere und des Menschen, sie können sich auch volkswirtschaftlich verheerend auswirken. So hat der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Grossbritannien im Jahr 2001 nach Schätzungen der FAO 25 Milliarden Euro gekostet. Gerade in ärmeren Regionen bedrohen Tierseuchen zudem die Ernährungssicherheit.
Die Schweiz begrüsst die Initiative der internationalen Organisationen. Die globale Bekämpfung von Tierkrankheiten ist eines der Ziele der Tiergesundheitsstrategie 2010+. Es ist in unserem Interesse, wenn Tierseuchen am Ursprungsort bekämpft werden, wenn frühzeitig agiert und die Prävention verstärkt wird. Dies verstärkt mittel- und längerfristig auch die Sicherheit der Schweiz vor der Einschleppung von Tierseuchen.


