Bundesamt für Veterinärwesen BVET

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Rosenholz wird geschützt!

Heute geht es an der Konferenz vor allem um Pflanzen. Erfreulich: Heute vormittag wurde entschieden, das Rosenholz in den CITES-Anhang II aufzunehmen und damit den Handel zu kontrollieren.

Der Entscheid ist in Sachen Artenschutz wichtig. Erfreulich ist aber auch, dass es gelungen ist, unnötigen Vollzugsaufwand zu verhindern: So braucht es künftig nur Bewilligungen, wenn mit dem Rosenholz selbst oder mit dem daraus gewonnenen Öl gehandelt wird, nicht aber beim Handel mit Parfümen, die Essenzen aus Rosenholz enthalten.

Eine analoge Korrektur hat man heute auch bei einer sukkulenten Pflanze, der Candelilla-Euphorbie, erreicht.  In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Produkte wie z.B. Lippenstifte entdeckt, die Candelilla-Wachs enthalten. Die Folge: Die Schweiz musste jährlich mehrere Tausend Bewilligungen für den Handel mit Lippenstiften und ähnlichem ausstellen! Nun wurde entschieden, dass es für den Handel mit fertigen, abgepackten Produkten keine Bewilligungen mehr braucht. Für den Schutz des Candelilla-Busches genügt es , wenn der Handel mit den Rohwaren gut kontrolliert wird.

Auch bei diesen Entscheidungen gilt: Endgültig verabschiedet werden die Anträge erst in den Schlussabstimmungen nächste Woche.

 

Wenig Support für Haifische und Rochen

Am Dienstag ging es zum ersten Mal an der diesjährigen CITES-Konferenz um den Schutz von kommerziell wichtigen Fischen – leider mit einem für den Schutz der Arten nicht erfreulichen Ausgang. Zur Debatte stand eine Verschärfung einer Resolution zum Schutz von Haifischen und Rochen.

Der Hintergrund: Die FAO betreibt seit Jahren einen Aktionsplan zum Schutz von Haifischen und Rochen. Dieser Aktionsplan verpflichtet Staaten, welche Haifische und Rochen fangen, Arten zu identifizieren, welche durch den Handel gefährdet sind – und entsprechende Massnahmen zu treffen. Die Resolution – die bereits früher verabschiedet worden ist und weiterhin gilt – stellt fest, dass der Aktionsplan bislang wenig Wirkung gezeigt hat und fordert die FAO und die Staaten auf diesen umzusetzen.

Leider hat auch diese Resolution bislang wenig Wirkung gezeigt. Dies ist zumindest die Meinung einiger Vertragsstaaten von CITES und auch der Schweiz, weshalb eine Verschärfung der Resolution gefordert wurde. Die verschärfte Resolution hätte klar aufgelistet, was von den betroffenen Staaten erwartet wird. Letztendlich sollte die Grundlage geschaffen werden, um künftig zu entscheiden, welche Haifisch- und Rochenarten durch den Handel gefährdet sind und in die CITES-Anhänge gehören. Die verschärfte Resolution beinhaltete auch ein besseres Monitoring von Süsswasserrochen, welches an sich bereits vereinbart und nicht umstritten war. Leider wurde die Verschärfung der Resolution als Ganzes abgelehnt.

Die Diskussionen gaben einen Vorgeschmack auf die anderen Anträge zu kommerziell bedeutenden Fischarten wie Blauflossenthun und verschiedene Haifischarten. Ganz ist die Verschärfung der Resolution aber noch nicht vom Tisch. Endgültig entscheidet die Vertragsstaatenkonferenz erst in den Schlussabstimmungen am Mittwoch und Donnerstag nächste Woche.

CITES – heute geht’s ums Geld

Noch wurde an der CITES Konferenz nicht über den Schutz einzelner Arten diskutiert. Heute sprach man jedoch über Strategisches – und über die Finanzierung des Übereinkommens. Mit diesem Geld wird das CITES-Sekretariat, verschiedene Forschungsprojekte, Meetings und weiteres finanziert. Das Geld ist so etwas wie das Blut im CITES-Organismus: Die CITES-Schutzbestimmungen taugen nur so viel, wie sie auch tatsächlich umgesetzt werden.

In den Diskussionen zum Budget begegnen sich jeweils stark gegensätzliche Interessen. Auf der einen Seite stehen Länder, die möglichst keine Zunahme der Ausgaben befürworten und auf der anderen Seite Länder, die ein Wachstum der Ausgaben oder zumindest den Ausgleich der Teuerung befürworten. Somit schwanken die Vorstellungen für eine Zunahme der Beiträge zwischen 0% und 16%! Eine Erhöhung von 16% bedeutet nichts anderes, als die Anpassung an die Teuerung und den Verfall des Dollars über drei Jahre zu kompensieren. In Anbetracht der angespannten Budget-Situation in vielen Staaten dürften diese Diskussionen nicht einfach sein.

CITES-Konferenz ist gestartet!


Es ist soweit. Heute startet hier in Doha (Katar) die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Artenschutzübereinkommens CITES. Etwa 1500 Delegierte aus 175 Staaten weltweit, Vertreter von NGOs, Journalisten und weitere werden bis am 25. März über den Schutz von Thunfischen, Haien, Tropenhölzern, Elefanten und vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten beraten. Auf mich und die weiteren Mitglieder der Schweizer Delegation warten intensive Debatten. Regeln für die ganze Welt zu finden ist nie einfach, aber es lohnt sich – durch das CITES-Regelwerk sind schon viele Arten erfolgreich geschützt worden.

Ich werde Ihnen ab Montag täglich die wichtigsten Beschlüsse in diesem Blog schildern – hoffentlich sind viele wichtige Fortschritte für den Schutz von Arten dabei.

Informationen zu CITES generell: www.cites.ch

Rinderkrankheit Besnoitiose breitet sich in Europa aus

Die Besnoitiose breitet sich in Europa aus und führt zu immer mehr Fällen in immer neuen Regionen. Dies schreibt die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA in einer soeben veröffentlichten Zusammenstellung der verfügbaren Daten. Die Krankheit kann bei Rindern schwere Symptome wie massive Hautschäden und Unfruchtbarkeit und gar den Tod auslösen, ist für Menschen jedoch ungefährlich.

Die Schweiz könnte jederzeit betroffen sein. In den französischen Alpen kam es schon mehrfach zu grösseren Ausbrüchen der Besnoitiose. Über aus Frankreich importierte Rinder gelangte die Krankheit bereits nach Deutschland und Italien. Gegen die Besnoitiose gibt es in Europa weder wirksame Impfstoffe noch Medikamente. Wirklich wirksam kann die Ausbreitung der Krankheit nur durch das Töten der ganzen Herde unterbunden werden.
Vieles ist bei der Besnoitiose noch unbekannt. Übertragen wird die Krankheit vermutlich vor allem über Bremsen und andere stechende Fliegen. Aber auch beim direkten Kontakt von Tieren über offene Wunden und beim Natursprung scheint eine Übertragung möglich. Die Autoren der Studie fordern in erster Linie eine Verstärkung der Forschung, um die Verbreitungswege der Krankheit zu klären. Zudem sollen Tierhaltende und Tierärzte auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden.

Zum Schutz der Schweizer Rinderpopulation braucht es vor allem zwei Massnahmen:

  • Testen Sie bei Importen aus betroffenen Regionen, insbesondere Frankreich, die Tiere vorab auf Besnoitiose.
  • Machen Sie sich mit den Symptomen der Krankheit vertraut und reagieren Sie bei Verdachtsfällen sofort. Erste Anzeichnen sind starker Tränenfluss und Veränderungen am Flotzmaul und an den Zitzen. Oft wird die Krankheit anhand von Knötchen (Zysten) auf dem Augapfel entdeckt, die sehr typisch für die Besnoitiose sind. Untersuchungen macht das Institut für Parasitologie der Vetsuisse-Fakultät Bern.

Viele weitere Informationen zur Besnoitiose finden Sie auf der Website des BVET. Unter anderem erklärt Prof. Bruno Gottstein, der an der EFSA-Studie mitgewirkt hat, in einem 10-minütigen Video die Krankheit.

Tollwut in Italien: Hunde unbedingt vorschriftsgemäss impfen

Die Tollwut breitet sich seit Herbst 2008 wieder in Italien aus. Wurde Italien 1997 als Tollwut-frei erklärt, wurden 2009 68 Fälle entdeckt und im 2010 bis am 4. März bereits 86. Italien hat nun die Bekämpfung verstärkt. Der beste Schutz für Reisende in die betroffenen Regionen Italiens ist die korrekte Tollwut-Impfung von Hunden.

Betrachtet man die Tollwut-Fälle in ganz Europa, ist die Ausbreitung in Italien wenig überraschend. In Osteuropa tritt die Krankheit in einigen Ländern immer noch häufig auf, auch in Slowenien. Von da sind befallene Füchse nach Italien eingewandert und die Krankheit hat mittlerweile die Regionen Friaul, Veneto und das Südtirol ergriffen. Die Tollwut scheint in den Regionen wieder endemisch geworden zu sein, was heisst, dass die Krankheit sich dort in der lokalen Wildtierpopulation ausbreitet. Italien und vorbeugend auch Österreich haben deshalb Hunderttausende von Impfködern ausgelegt. Über diese mit Impfstoffen versehenen, zündholzschachtelgrossen Happen sollen die Füchse geimpft werden.

Betroffen waren in Italien bisher vor allem Füchse. Aber auch bei Hirschen, Dachsen, Eseln – und bei drei Hunden und einer Katze – wurde Tollwut nachgewiesen. Dies macht eines deutlich: Wer mit seinen Hunden in diese Regionen reist, soll unbedingt prüfen, ob die Hunde die vorgeschriebene Tollwut-Impfung erhalten haben und diese noch wirksam ist. Die Angaben finden Sie im Heimtierausweis. Sind Sie unsicher, fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Zeigen die Tiere Tollwut-Symptome – auffällige Verhaltensveränderungen und  Bewegungsstörungen – und waren sie nicht korrekt geimpft, kontaktieren Sie sofort Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt. Zudem sollen Personen, die in diesen Regionen von Wildtieren geleckt, gekratzt oder gebissen worden sind, umgehend einen Arzt aufsuchen.

Die Tollwut-Impfungen von Hunden und Katzen sind bei jeder Auslandreise vorgeschrieben. Die Bestimmungen je Land finden Sie in der Online-Hilfe „Mit Hund oder Katze über die Grenze“. Die übrigen Vorsichtsmassnahmen sind auch bei Aufenthalten in allen anderen Ländern zu empfehlen, in denen Tollwut häufig auftritt (siehe Karte).

Die Tollwut ist eine heimtückische Krankheit. Tiere wie Hunde und Katzen sind genauso betroffen wie der Mensch. Unbehandelt führt die Krankheit zum Tod. Bei Verdacht – nach einem Biss eines Wildtieres – muss deshalb rasch gehandelt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass die Tollwut in Menschen wie in Tieren während Wochen unbemerkt schlummern und plötzlich ausbrechen kann. Dann kommt jede Behandlung zu spät.

Die Schweiz hat die Tollwut ausgerottet und ist seit 1998 frei. Wegen der Fälle in Italien wurden in der Schweiz bislang keine vorbeugenden Massnahmen nötig. Die Ausbreitung der Tollwut wird jedoch ständig beobachtet.

Weitere Informationen zur Tollwut generell beim Bundesamt für Veterinärwesen, bei der Schweizerischen Tollwutzentrale und beim Bundesamt für Gesundheit. Informationen zur Tollwutlage in Italien (auf italienisch). 

 

 

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